I AM YOUR PRIVATE DANCER

Eine Datensicherung unter Zeugenschaft 
Philine Velhagen/Drama Köln
Koproduktion Drama Köln und FFT Düsseldorf | In Kooperation mit dem FWT

Private Dancer

Fotos: ©Lenny Rothenberg

NSA, Geheimdienste, Massendatenspeicherung – nichts fühlt sich weiter weg von unserem täglichen Leben an, als die konstante Überwachung unseres alltäglichen Lebens. Bis wir es mal versuchen! Über Wochen hat Philine Velhagen sich selbst abgehört, hat das Intimste und Banalste mittels Handy aufgenommen und gespeichert. Nun wollen wir uns versammeln und mit Zeugen, Mittäter*innen, unfreiwillig Abgehörten diese sechs Wochen live sortieren, filtern, einordnen, neu ordnen und kategorisieren, bis schließlich alle Grenzen zwischen Privat und Öffentlich verschwinden. Als Offenlegung. Als Verrat. Als Kunst. Als ob.

Für das Freie Werkstatt Theater Köln und das Forum Freies Theater Düsseldorf konfrontiert Philine Velhagen sich und das Publikum mit dem Audiomaterial und allen seinen vermeintlichen Offenbarungen und sozialen Konsequenzen, die das gemeinsame Abhören mit sich bringt. Wem gehören die Geschichten, die die Metadatenbänke heranzüchten? Und vor allem, wer darf sie hören? Und wieder erzählen?

Drama Köln, bereits seit „Weltproben – eine Versammlung“ und „We Watch You Watch“ erprobte performative Wirklichkeitsforscher*innen, verlagern mit diesem Projekt das Spielfeld vom öffentlichen Raum auf die Bühne, auf der das Private öffentlich verhandelt werden kann.

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln

Idee & Performance Philine Velhagen | Audiotechnik & Performance Oliver Bedorf | Raumkonzept Cordula Körber | Dramaturgie Felizitas Stilleke | Produktionsleitung Mirco Monshausen | Öffentlichkeitsarbeit Neurohr & Andrä 
Mit herzlichem Dank an Alexandra Knieps

www.drama-koeln.de

HIER geht's zum Interview mit Philine Velhagen in choices.

Premiere 2. März 2018, 20:00 Uhr

Presse

"Regisseurin und Performerin Philine Velhagen von Drama Köln hat für ihr Theater- und Hörspielprojekt 'I Am Your Private Dancer' die akustische Variante (...) der totalen Überwachung gewählt. (...) Die Zuschauer sind Gäste im Heim der Künstlerin, schreiten durch ihr Schlafzimmer, sitzen im Büro, lungern auf den Matratzen im Kinderzimmer oder stehen unter der Dunstabzugshaube, die, wie alle übrigen Orte der symbolisch nachgestellten Wohnung mit Kopfhörern versehen ist. Von der Decke baumeln dazu noch meterlange Papierfahnen: Die Ausdrucke einer Transkriptionsmaschine, die das Abgehörte verschriftlicht hat. Die Besucher wandern in dieser Installation von Ort zu Ort und hören in die Mitschnitte rein. (...) Nur wenige in ihrem Umfeld hat sie in den Selbstversuch eingeweiht. Die übrigen hat sie ohne ihr Wissen aufgenommen. (...) Das - wohl nachgestellte - Szenario einer Krise wird erkennbar, denn zum Selbstversuch gehört die Grenzüberschreitung, bei der das Private und das Gesellschaftliche sich auf problematische Art und Weise vermengen." Kölner Stadt-Anzeiger

"I am your private dancer' ist ein Abend, der anders ist als die meisten Theaterabende. Spontan, zufällig, intim und dennoch öffentlich und voyeuristisch zugleich. Dabei schlägt das thematische Pendel permanent von banal bis bedeutend aus." choices

"Das derart zart gebrochene Tabu (...) macht die Ungeheuerlichkeit des Belauschtwerdens plötzlich fühlbar. Und das, um in auditiver Sprache zu bleiben, knallt." nachtkritik.de