MARGARETHE ODER DER BLUTENDE WALD

Von Dirk Raulf | Uraufführung

Margarethe

Fotos: ©MEYER ORIGINALS

 

In Dantes „Göttlicher Komödie“ ist der blutende Wald der Wald der Selbstmörder. „Margarethe oder Der blutende Wald“ ist der Monolog einer Toten; einer Frau, die sich vor langer Zeit das Leben genommen hat. Ihre Verzweiflung, ihre Auflehnung, ihre Konfrontation richtet sich gegen die Männer, die ihr Leben bestimmt und ruiniert haben: gegen ihren Vergewaltiger, ihren Vater und Bruder, ihre letzte Liebe.

„Margarethe oder Der blutende Wald“ beruht auf einer wahren Geschichte. Sie steht nicht allein für eine Verzweiflungstat, sie steht auch für eine kategorische Verweigerung, ein letztes Ich-Sagen, eine freie Entscheidung. Sie handelt von einem extremen Schritt, um den Anforderungen und dem Regelwerk einer als falsch erkannten/empfundenen Welt nicht nur zu entkommen, sondern ihr etwas kompromisslos Anderes und Eigenes entgegenzusetzen.

„Margarethe oder Der blutende Wald“ ist eine Intervention mit den Mitteln von Bühne, Installation, Live-Hörspiel und Musik. Der Abend bildet thematisch und formal eine Fortsetzung der Arbeit „Bartleby!“ am Theater Marburg (2017), der ersten Intervention von RAUSCH (Schulze/Raulf). Schulze und Raulf bilden seit zehn Jahren ein Theater- und Hörspiel-Team, mit Arbeiten u. a. für den Deutschlandfunk, das Schauspiel Essen, das Schauspiel Frankfurt, die Theater Aachen und Paderborn und die Staatstheater Kassel und Braunschweig. RAUSCH ist ihre Plattform für eigene Projekte. „Margarethe oder Der blutende Wald“ ist ihre erste Arbeit für das Freie Werkstatt Theater.

Mit Chris Nonnast, Tomasso Tessitori und Dirk Raulf | Inszenierung Martin Schulze | Musik und Sounddesign Dirk Raulf | Bühne und Kostüme Jan Patrick Brandt | Video Werner Dittrich und Christoph Wedi | Eine Intervention von RAUSCH (Schulze/Raulf Theaterprojekte)

Premiere 8. November 2018
Die nächsten Vorstellungstermine: 8., 9. Dezember 2018 / 26., 27. Januar 2019, jeweils 20:00 Uhr

Kartenbuchung

Presse

"Tomasso Tessitori und seine Schauspielkollegin Chris Nonnast tragen mit eindrucksvollem Verve Margarethes Monolog zumeist wechselweise, mitunter aber auch ineinander verzahnt vor, während Dirk Raulf als dritter Akteur im Bunde die Musik live beisteuert und auch zuweilen in den Text eingreift. (...) Dirk Raulf hat diese persönliche Leidensgeschichte in einen sprachgewaltigen Monolog verarbeitet, dessen lyrische Prägnanz und musikalischer Rhythmus eine Art Sprachmusik entstehen lassen, die getrost in der Nähe zu Thomas Bernhards Texten anzusiedeln ist. Es ist eine Suada über ein ganz und gar zerstörtes Leben, dessen persönliche Tragik hier aus dem Käfig einer Alleingelassenen in den aktuellen politischen Kontext von Sexualität, Gesellschaft und Gewalt gehoben wird." Kölner Stadt-Anzeiger

"Eine erschütternde assoziative Collage über das zerstörte Innenleben einer vergewaltigten und in ihrer Familie stigmatisierten Frau. Der großartige, zutiefst düstere Text ist für die Schauspieler und Zuschauer eine Herausforderung. Chris Nonnast und Tomasso Tessitori sowie der Musiker Dirk Raulf meistern sie brillant." theater pur

"Der emotionale Kraftakt der beiden Akteure berührt, auch durch die von Regisseur Martin Schulze hochwirksam eingesetzten Momente der Stille. (...) Bewegender Auftritt: Chris Nonnast als Margarethe." Kölnische Rundschau

"Regisseur Martin Schulze und Musiker Dirk Raulf vergegenwärtigen in der Hauptfigur den Selbstmord der jungen Frau als ein symptomatisches Frauenschicksal der 1950er und 1960er Jahre .(...) Der Tenor ist der einer beißenden Wutrede einer zum Tod Entschlossenen. Ein Aufschrei aus dem Grab oder aus dem 'blutenden Wald', der auf den Ort in Dantes 'Göttlicher Komödie' anspielt, an dem die Selbstmörder ihr Schicksal beklagen. (...) Dem Regie-Duo gelingt eine eindrückliche Vergegenwärtigung eines weiblichen Lebens zum Tode." choices

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