MÖGLICHERWEISE GAB ES EINEN ZWISCHENFALL

Von Chris Thorpe

Alexandra

Fotos: ©MEYER ORIGINALS

Eine Ministerin, ehemalige Befreiungskämpferin, ordnet an, auf Demonstranten zu schießen – zum Wohle der Republik. Ein Flugzeugpassagier versucht nach einer Bruchlandung, einen verletzten Jungen zu befreien, gibt dann aber auf – schließlich ist Hilfe unterwegs. Aus einer stummen, verängstigten Masse heraus stellt sich ein einzelner Mann einer Panzerkolonne entgegen, mit seinen Einkaufstüten noch schwer beladen. Dazu eine Gerichtsverhandlung: Ein Attentäter hat Kinder erschossen, um ein Zeichen gegen den Multikulturalismus zu setzen, der seiner Meinung nach Europa zu zerstören droht.

In vier ineinander verwobenen Geschichten, die an tatsächliche Ereignisse erinnern, konfrontiert der Engländer Chris Thorpe seine Figuren mit Extremsituationen. Je mehr die raffinierte Textkomposition den skizzierten Situationen den Anschein der zeitgeschichtlichen Realität nimmt, desto weniger lassen sich Täter, Opfer und Beobachter auseinander halten. Dabei sucht Thorpe, den Zuschauer zum Komplizen zu gewinnen, und zugleich verlangt er ihm eine Haltung ab.

Chris Thorpe ist Autor und Performer, er stammt aus Manchester. Die Uraufführungs-Inszenierung von „There Has Possibly Been an Incident“ wurde 2014 zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens eingeladen.

Mit Charlotte Krenz, Maria Ammann, Marius Bechen | Inszenierung Catherine Umbdenstock | Ausstattung Lisa Fütterer | Dramaturgie Guido Rademachers

Premiere 2. November 2017

Die nächsten Vorstellungstermine / Kartenbuchung

Presse

"Ein großartiges, zum Nachdenken anregendes Stück, das vielfältige Möglichkeiten der Interpretation liefert. (...) Catherine Umbdenstock hat dem im Jahre 2013 beim Edinburgh Fringe Festival uraufgeführten Text von Chris Thorpe nachdrücklich Geltung verschafft. Das fulminante Ende der vier Geschichten vermag das Kölner Schauspieler-Team beeindruckend herauszuspielen. Ein lohnender, noch lange nachdenklich stimmender Abend." theater pur

“Das Wort beherrscht die Szene. Und das Trio beherrscht die Sprechkunst, ob im Monolog oder im Chor. Allein das ist schon den Abend wert.” report-k.de