QUARTETT

Von Heiner Müller

Für immer schön

Fotos: ©MEYER ORIGINALS

In Heiner Müllers Bearbeitung des im vorrevolutionären Frankreich erschienen Sittenromans „Gefährliche Liebschaften“ erwartet die Marquise de Merteuil ihren Ex-Liebhaber, den Vicomte de Valmont. Das körperliche Begehren ihrer einstigen Affäre ist längst erloschen. Ihre Lust entlädt sich nun in einem zynischen Machtspiel, in dem Sexualität und Sprache zur Waffe werden. Merteuil und Valmont lassen die Opfer ihrer gemeinsamen Intrigen wieder auferstehen und nehmen deren Rollen ein, machen sich so wechselseitig zu den Spielzeugen ihrer Grausamkeit. Im beständigen Rollenwechsel eskaliert das Spiel der Geschlechter, und immer peinvoller dreht sich die Spirale von Verlangen und Schmerz, Liebe und Gewalt. Immer enthüllt sich aber auch die unerfüllte Sehnsucht, die das durch Verstrickungen und Gewohnheit aneinander gefesselte Paar hegt.

Müller hat mit „Quartett" ein radikales Endspiel der Liebe geschaffen. Teils aus Leidenschaft, teils aus Langeweile und Überdruss an der eigenen Existenz fechten seine Charaktere ein erbittertes Rededuell aus. Ihre geschliffene Rhetorik gerät zum Ersatz für menschliche Beziehungen, bis hin zur Selbstzerstörung. Gleichzeitig fügt ein ausgeprägter Galgenhumor dem Drama komödiantische Elemente hinzu. Die Regisseurin Catherine Umbdenstock inszenierte am FWT in der Spielzeit 2017/18 „Möglicherweise gab einen Zwischenfall“.

Mit Alexandra Lowygina und Carl Bruchhäuser | Inszenierung Catherine Umbdenstock | Kostüme Heike Engelbert | Bühne Gerhard Seidel

Premiere 5. September 2018

Die nächsten Vorstellungstermine: 18., 19., 20., 31. Oktober / 1., 14. November / 7., 19., 20., 29., 30. Dezember 2018 / 30., 31. Januar 2019, jeweils 20:00 Uhr

Kartenbuchung

Presse

"Es ist ein großer Theatertext, der den Schauspielern sehr viel Freiraum bietet, den Alexandra Lowygina und Carl Bruchhäuser auch wirklich ausnutzen können. Catherine Umbdenstock schafft einen Zugriff, der gelingt, der den Figuren gerecht wird. (...) Eine gelungene Inszenierung." WDR 3 Mosaik

"In der Quartett-Inszenierung von Catherine Umbdenstock am Freien Werkstatt Theater, wo der vermutlich beste Müller am Mittwoch Premiere hatte, ist die Merteuil ein scharfzüngiges, geiles Stück (...). Da ist es auch völlig egal, wer die Merteuil gerade spielt, denn Alexandra Lowygina und Carl Buchhäuser wechseln beständig die Rollen." Kölnische Rundschau

"Zur Egozentrik der beiden Diven gesellt sich schrille Komik, und das Spiel der Akteure, die sprachlich den Text meisterlich beherrschen, gewinnt auch physisch an Dynamik. Wie hier die Zerstörung triumphiert, ist von zeitloser Relevanz." Kölner Stadt-Anzeiger

"Die französische Regisseurin Catherine Umbdenstock sorgt dafür, dass es dem Publikum mit den beiden einzigen Darsteller*innen (Alexandra Lowygina und Carl Bruchhäuser) nicht langweilig wird. (...) Die Schlichtheit der Kulisse hilft. Sie rückt diesen überaus großen Text in den Mittelpunkt, der voll von intelligentem Wortwitz ist. Den Freiraum, den er lässt, nutzen die beiden gekonnt aus." meinesuedstadt.de

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